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KInder mobil im Vauban
Vauban heute - Lebendige Vielfalt prägt das Quartier
Inzwischen blickt Vauban auf eine mehr als 10-jährige Geschichte zurück. 1998 zogen die ersten Stadtteilpioniere in ihre neu errichteten Häuser, heute leben mehr als 5000 Menschen im Quartier. Der Kinderanteil ist mit knapp 30% nach wie vor recht hoch, in Freiburg insgesamt sind 16,2% unter 18 Jahren. Der Anteil an älteren Menschen in Vauban dagegen ist zwar etwas gestiegen, liegt aber immer noch bei mageren 3,3% (in Freiburg insgesamt: 21,3%!). Das Quartier ist zudem der mit Abstand am dichtesten besiedelte Stadtteil Freiburgs. Hier leben auf einem Hektar besiedelter Fläche durchschnittlich 127 Menschen. Zum Vergleich: im Rieselfeld sind es 95, in Freiburg insgesamt nur 48. Das städtische Wohnen auf engem Raum prägt das soziale Miteinander. Viele Häuser sind in privaten Baugruppen oder auf der Basis von genossenschaftlichen Wohnprojekten entstanden, die den Beteiligten ein hohes Maß an Gemeinschaftssinn abfordern.
Die meisten Menschen in Vauban schätzen das Leben in Gemeinschaft. Nachmittags sind die Straßen erfüllt von Kinderlärm, die BewohnerInnen treffen sich draußen zu einem Plausch. Auch der Bauernmarkt am Mittwoch Nachmittag ist ein beliebter Treffpunkt für den sozialen Austausch. Um die Gestaltung des sozialen Miteinanders kümmert sich seit zehn Jahren die vom Stadtteilverein getragene Quartiersarbeit mit Patricia de Santiago. Hier wird auf (Miss)-Stimmungen im Quartier geachtet. Die Quartiersarbeit vermittelt bei Konflikten und setzt sich für mehr Verständnis füreinander im Zusammenleben ein. Zudem initiiert sie soziale und kulturelle Angebote und begleitet verschiedene Initiativen, um offene Lebenskultur und Selbstorganisation im Stadtteil zu fördern. JuKS, Kirche und Kinderabenteuerhof bieten zudem den Kindern und Jugendlichen im Quartier zahlreiche Möglichkeiten zur gemeinschaftlichen Betätigung. Viele städtebauliche und ökologische Visionen der damaligen Initiatoren des Stadtteils sind Wirklichkeit geworden. Alle Häuser sind mindestens im Niedrigenergiestandard mit höchstens 65 kWh Verbrauch pro qm und Jahr errichtet. Zudem gibt es einen großen Anteil an Passivhäusern mit weniger als 15 kWh Verbrauch. Die Kleehäuser und die Plusenergiehäuser verbrauchen rein rechnerisch überhaupt keine Energie oder erwirtschaften gar ein Plus.
Auch das Konzept des autoreduzierten Stadtteils hat sich bewährt. Sicherlich kann man nicht von einem autofreien Stadtteil sprechen, dennoch gibt es in Vauban erheblich weniger Autos als in anderen Vierteln. Das Konzept vom stellplatzfreien Wohnen im ersten und zweiten Bauabschnitt erfährt nach wie vor eine hohe Akzeptanz. Es ist bedauerlich, dass die Stadt dieses Konzept im dritten Bauabschnitt nicht konsequent weitergeführt hat.
Die Energieversorgung des Quartiers ist mit seiner dezentralen Nahwärmeversorgung über ein Holz-BHKW nach wie vor recht innovativ. Leider hat der Dampfmotor zur Stromerzeugung die Erwartungen nicht erfüllt. Dieser wird nun durch ein Gas-BHKW ersetzt. Läuft alles nach Plan, wird das Kraftwerk nach dem Umbau den Stromverbrauch des Viertels rein rechnerisch decken. Dazu kommen im Quartier noch zahlreiche Photovoltaikanlagen. Auch auf thermische Solaranlagen hat hier kaum jemand verzichtet, wobei man bemerken kann, dass thermische Solaranlagen bei einer Versorgung durch ein dezentrales Nahwärmenetz energiewirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll sind, da sie die Auslastung des BHKW einschränken. Auch das Gewerbe hat seinen Platz im Stadtteil. Es gibt zahlreiche Geschäfte, wo die BewohnerInnen ihren täglichen Bedarf decken können. Mit DIVA, Villaban und Amöbe sind zudem drei größere Gewerbeeinheiten entstanden, wo Kleinunternehmer, Handwerker, Künstler und viele andere Gewerbetreibende ihren Geschäften nachgehen.
Mit dem „Süden“ im Haus 37, der „Limette“, „Casa Nostra“ und der „Kantine“ im Villaban gibt es ein attraktives Gastronomieangebot, das auch Bewohner aus anderen Stadtteilen ins Quartier lockt. Auch kulturell ist einiges geboten. Im großen Saal des selbstverwalteten Stadtteilzentrums Haus 37 und in anderen Räumen wie zum Beispiel in DIVA finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.
Das Leben im Stadtteil ist bunt und vielfältig. Der ausgeprägte Gemeinschaftssinn der BewohnerInnen und die Freude am sozialen Engagement werden dazu beitragen, dass der Stadtteil auch in Zukunft lebendig bleibt. Es wäre natürlich zu wünschen, dass unser so genannter Modell-Stadtteil tatsächlich zum Vorbild für die Entwicklung und Neuplanung von anderen Stadtteilen wird. Davon ist allerdings zumindest bei der Stadt Freiburg nichts zu spüren. Petra Völzing
Vauban heute - Lebendige Vielfalt prägt das Quartier
Inzwischen blickt Vauban auf eine mehr als 10-jährige Geschichte zurück. 1998 zogen die ersten Stadtteilpioniere in ihre neu errichteten Häuser, heute leben mehr als 5000 Menschen im Quartier. Der Kinderanteil ist mit knapp 30% nach wie vor recht hoch, in Freiburg insgesamt sind 16,2% unter 18 Jahren. Der Anteil an älteren Menschen in Vauban dagegen ist zwar etwas gestiegen, liegt aber immer noch bei mageren 3,3% (in Freiburg insgesamt: 21,3%!). Das Quartier ist zudem der mit Abstand am dichtesten besiedelte Stadtteil Freiburgs. Hier leben auf einem Hektar besiedelter Fläche durchschnittlich 127 Menschen. Zum Vergleich: im Rieselfeld sind es 95, in Freiburg insgesamt nur 48. Das städtische Wohnen auf engem Raum prägt das soziale Miteinander. Viele Häuser sind in privaten Baugruppen oder auf der Basis von genossenschaftlichen Wohnprojekten entstanden, die den Beteiligten ein hohes Maß an Gemeinschaftssinn abfordern.
Die meisten Menschen in Vauban schätzen das Leben in Gemeinschaft. Nachmittags sind die Straßen erfüllt von Kinderlärm, die BewohnerInnen treffen sich draußen zu einem Plausch. Auch der Bauernmarkt am Mittwoch Nachmittag ist ein beliebter Treffpunkt für den sozialen Austausch. Um die Gestaltung des sozialen Miteinanders kümmert sich seit zehn Jahren die vom Stadtteilverein getragene Quartiersarbeit mit Patricia de Santiago. Hier wird auf (Miss)-Stimmungen im Quartier geachtet. Die Quartiersarbeit vermittelt bei Konflikten und setzt sich für mehr Verständnis füreinander im Zusammenleben ein. Zudem initiiert sie soziale und kulturelle Angebote und begleitet verschiedene Initiativen, um offene Lebenskultur und Selbstorganisation im Stadtteil zu fördern. JuKS, Kirche und Kinderabenteuerhof bieten zudem den Kindern und Jugendlichen im Quartier zahlreiche Möglichkeiten zur gemeinschaftlichen Betätigung. Viele städtebauliche und ökologische Visionen der damaligen Initiatoren des Stadtteils sind Wirklichkeit geworden. Alle Häuser sind mindestens im Niedrigenergiestandard mit höchstens 65 kWh Verbrauch pro qm und Jahr errichtet. Zudem gibt es einen großen Anteil an Passivhäusern mit weniger als 15 kWh Verbrauch. Die Kleehäuser und die Plusenergiehäuser verbrauchen rein rechnerisch überhaupt keine Energie oder erwirtschaften gar ein Plus.
Auch das Konzept des autoreduzierten Stadtteils hat sich bewährt. Sicherlich kann man nicht von einem autofreien Stadtteil sprechen, dennoch gibt es in Vauban erheblich weniger Autos als in anderen Vierteln. Das Konzept vom stellplatzfreien Wohnen im ersten und zweiten Bauabschnitt erfährt nach wie vor eine hohe Akzeptanz. Es ist bedauerlich, dass die Stadt dieses Konzept im dritten Bauabschnitt nicht konsequent weitergeführt hat.
Die Energieversorgung des Quartiers ist mit seiner dezentralen Nahwärmeversorgung über ein Holz-BHKW nach wie vor recht innovativ. Leider hat der Dampfmotor zur Stromerzeugung die Erwartungen nicht erfüllt. Dieser wird nun durch ein Gas-BHKW ersetzt. Läuft alles nach Plan, wird das Kraftwerk nach dem Umbau den Stromverbrauch des Viertels rein rechnerisch decken. Dazu kommen im Quartier noch zahlreiche Photovoltaikanlagen. Auch auf thermische Solaranlagen hat hier kaum jemand verzichtet, wobei man bemerken kann, dass thermische Solaranlagen bei einer Versorgung durch ein dezentrales Nahwärmenetz energiewirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll sind, da sie die Auslastung des BHKW einschränken. Auch das Gewerbe hat seinen Platz im Stadtteil. Es gibt zahlreiche Geschäfte, wo die BewohnerInnen ihren täglichen Bedarf decken können. Mit DIVA, Villaban und Amöbe sind zudem drei größere Gewerbeeinheiten entstanden, wo Kleinunternehmer, Handwerker, Künstler und viele andere Gewerbetreibende ihren Geschäften nachgehen.
Petra Völzing
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